Naturspielräume bieten Lösungsmöglichkeiten, in der die Raumgestaltung in Einklang mit der Natur gebracht wird.

Die naturnahe Gestaltung schafft lebendigen Spielraum, der einlädt zum selbstbestimmten Spielen, Experimentieren, Gestalten und Verändern. Er ist anregend für die Sinne, handlungsorientiert und fördert in hohem Maße das soziale Miteinander.

Nicht einzelne isolierte Spielangebote, in Form von industriell gefertigten Kinderspielplatzgeräten stehen im Vordergrund, sondern abwechslungsreiche, die Sinne anregende und Motorik fördernde Gestaltung des Geländes. Hierdurch werden Spieldynamik, Kommunikationsfähigkeit, Rollenspiele und das Einüben sozialer Kompetenz gefördert und angeregt. Wenn man sich zusätzlich für Spielgeräte entscheidet, sollten diese einer größeren Gruppe von Kindern Platz zum gemeinsamen Spielen ermöglichen.

Der Schulpausenhof sollte so gestaltet sein, dass verschiedene Areale für unterschiedliche Bedürfnisse entstehen, d.h. er sollte Bewegungsräume in Form von Spielwiesen, Klettermöglichkeiten, etc., aber auch Ruhezonen und Rückzugsmöglichkeiten bieten. Gerade das Bedürfnis nach Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten wird oft unterschätzt und ist doch gerade im Schulalltag ein wichtiger Faktor in Richtung „sich geschützt fühlen“. Jedes Kind sollte seinen Raum und Platz finden, in dem es sich wohl fühlt, ohne dass die verschiedenen Bedürfnisse ungeschützt aufeinander prallen. Die äußere Umgebung und Anregung prägt wesentlich Handeln und Verhalten und wirkt in den Schulalltag hinein und ist somit ein Baustein auf dem Weg zur Gewaltprävention in der Schule. Die Erfahrung in der Praxis bestätigt dies eindrucksvoll.

Erreicht wird diese Unterteilung durch Anpflanzung heimischer Sträucher, Schaffung von verschiedenen Ebenen (Hügel, Täler), durch Einfassung mit Hölzern, Anlegen von Weidenhäusern, Höhlen und Rück-zugsmöglichkeiten, aber auch bewegungsintensiven Bereichen (das Fußballfeld bleibt selbstverständlich erhalten).

Ein so gestalteter Pausenhof fördert zudem motorische Fähigkeiten, Gleichgewicht, Körperwahrnehmung und sinnliche Verarbeitungsprozesse, die erwiesenermaßen die Voraussetzung für schulisches Lernen darstellen.

Immer mehr Pädagogen beklagen zunehmend motorische Defizite, Wahrnehmungsprobleme und daraus resultierende Lernschwierigkeiten, d.h. auch hier sollte dem pädagogischen Auftrag der Schule Rechnung getragen und Raum für vielfältige Erfahrungsmöglichkeiten geschaffen werden.

Aus dem oben Gesagten ist es natürlich wünschenswert, den Pausenhof auch pädagogisch über die
20 Minuten-Pause hinaus zu nutzen. Es besteht z. B. die Möglichkeit zum Teile des Unterrichts in Form des „grünen Klassenzimmers“ ins Freie zu verlegen oder gerade in den Eingangsklassen den sinnlichen Erfahrungsraum unterrichtsunterstützend mit einzubeziehen. Außerdem ist eine nachmittägliche Öffnung des Schulgeländes geplant, damit Schule auch außerhalb der Unterrichtszeiten als positiver Ort der Begegnung wahrgenommen wird.
Auch im Rahmen von Projekten bieten sich vielfältige Möglichkeiten, auch die Pflege und Wartung betreffend, gestalterisch und handwerklich tätig zu werden und den Unterricht durch konkretes Tun zu bereichern. So können entscheidende Lernprozesse unterstützt werden, die durch eigenes Handeln an Erfahrungswert gewinnen und im sozialen Miteinander erlebbar werden.

Die Umsetzung des Projekts erfolgt in Form eines Bürgerbeteiligungsmodells, d.h. ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts besteht im Einbeziehen aller Beteiligten (Kinder, Eltern, Lehrer, Gemeinde),
sowohl in der Planung wie auch in der baulichen Umsetzung.

In der Planungsphase erfolgt das Einsetzen einer sogenannten Planerrunde mit Teilnehmern ver-
schiedener Bereiche (Bürgermeister, Gemeinderäte, Eltern, Lehrer, Interessierte) um verschiedene
Kompetenzen zu bündeln. Diese übernimmt im Wesentlichen die Erstellung eines Gesamtkonzepts und
die Organisation der Umsetzung.

Die bauliche Umsetzung erfolgt durch Eltern, Lehrer, Bürger und Kinder unter der fachlichen Anleitung von zwei Bauleitern des Planungsbüros, die speziell für Bürgeraktionen ausgebildet sind. Die Umgestaltung wird an zwei Bauwochenenden stattfinden.

Diese Art des Konzepts und deren Umsetzung garantiert eine wesentliche Kostenersparnis gegenüber herkömmlichen Planungen.

Außerdem wird die Verantwortlichkeit der Kinder durch das eigene Zutun wesentlich gefördert, auch dies bestätigt sich in der Praxis in positiver Weise.



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